Sprache auswählen

Select language

Schon ein paar Fotos

Carretera Austral

Introduction

Am Interessantesten ist es schon in Puerto Montt zu starten. Zur Zeit der Reise war es aber nicht möglich, weil ein Teil der Strasse gesperrt war. Deshalb war Balmaceda der beste Ort. Hier gibt es einen Flughafen mit direkten Flügen nach Santiago und mehrere Autovermietungen.

Ab Cerro Castillo ist Ende Gelände. Die asphaltierte Strasse wandelt sich zur Schotterpiste mit übelsten Schlaglöchern. Zur Freude der Federung und der Wirbelsäule.

Die einzigartige Landschaft kompensiert aber weitgehend die Tortur. Wie die Zweiradtouristen damit fertig werden ist ein Rätsel. Denn zu der schlechten Piste kommt auch noch der Staub von dem übrigen Verkehr aus LKW, Bussen und natürlich auch Pkw.

Cerro Castillo ist die letzte Station um Proviant und Benzin zu bunkern vor Rio Tranquilo am See General Carreras.

Rio Tranquilo

Der Ort wird seinem Namen gerecht. Die grosse Attraktion sind die Cathedrales de Marmol. Blau-weisse Marmorfelsen, die durch die Erosion wie auf Stelzen im See stehen. Mit dem Boot wird man durch Tunnelartige Gänge gefahren, um die leuchtenden Farben zu bewundern.

Auf der Carretera muss man seine Ansprüche bezüglich Unterkunft und Verpflegung dramatisch reduzieren. Von einigen Ausnahmen abgesehen. Im Allgemeinen findet man Wellblech- oder Holzhäuser, die mit den verfügbaren Materialien und in Eigenregie zusammengezimmert sind.

Dort gibt es Zimmer bei der Familie zu stolzen Preisen. Verpflegung gibt es dort auch. Restaurants oder sogar Hotels sind äusserst selten und nur in grösseren Ortschaften zu finden.

Exploradores

Von Rio Tranquilo lohnt sich auch ein Abstecher in das schöne Tal von Exploradores mit Blick auf Monte San Valentine, der höchste Berg von Patagonien. Wenn es das Wetter erlaubt, ist es möglich bis Puerto Grosse zu fahren ( 80 km) und dort auch ein Schiff zur Besichtigung vom San Raphael Gletscher zu nehmen. Picknick und andere Freiluft Aktivitäten sollte man wegen der starken Plage agressiver Fliegen besser limitieren. Als Unterkunft steht ein Campingplatz zur Verfügung. Also besser im Auto übernachten.

Rio Baker

Auf dem Weg nach Süden ist die nächste Station Puerto Bertrand am Baker Fluss. Kann aber nur empfohlen werden mit ausreichender Verpflegung und Zelt. Etwas weiter Flussabwärts befinden sich einige Lodges mit netten Cabanas aber für Selbstverpfleger

Als Alternative bietet sich natürlich die Hazienda Tres Lagos an, wenn man gewillt ist, 500 USD für ein wunderschönes Zimmer mit Blick auf den See zu zahlen. Es ist jedoch nicht weit bis Puerto Guadal. Hier finden sich eine Anzahl von Cabanas zu guten Preisen und sogar ein oder zwei Restaurants. Auch wenn das des örtlichen Metzgers heiß empfohlen wird, sollte man sicher nicht europäische Massstäbe anlegen. Beim Einchecken ist es ratsam, alle Geräte auf Funktionsfähigkeit zu überprüfen. Sonst gibt es am nächsten Tag kalten Kaffee und kalte Dusche, weil die Gasflasche leer ist.

Die Fahrt entlang des Rio Baker ist ein Naturerlebnis. Speziell der Zufluss von Rio Neff und die Schlucht des Rio Baker sind Höhepunkte.

Der Ort Chochran bietet wieder die Gelegenheit den Proviant aufzufrischen. Denn danach wird es einsam bis zur Caleta Tortel.

Caleta Tortel

Ein anderes Zeitalter. Hier sind wir bei den Holzfällern. Zedernholz ist die Lebens- und die Wegegrundlage. Der ganze Ort ist mit Holzstegen und Treppen überzogen, um von einer Behausung zur anderen zu kommen. Die Holzstege wurden anscheinend gebaut, da auf dem Untergrund kein Beton hält. Um im einzigen annehmbaren Hotel unterzukommen, empfiehlt es sich, lange vorher zu reservieren. Sonst endet man in einer Hütte, einer Gartenlaube nicht unähnlich, aber mit toller Sicht auf die Bucht.

Villa O'Higgins

Ende Gelände. Von hier geht es nur noch mit dem Passagierschiff weiter. Der Ort erinnert an die Dekorationen von Wildwestfilmen. Wie in allen Ferienorten entlang der Carretera gibt es Cabanas zu mieten mit mehr oder weniger Comfort aber natürlich zu stolzen Preisen. Das touristische Highlight ist das Hotel Robinson Crusoe. Natürlich bestehen die Hauptaktivitäten aus Wanderwegen, Kanupaddeln und Fischen. Unbedingt muss aber die Fahrt mit dem Passagierschiff nach Mancilla Candelaria am Südende des O'Higgins Sees unternommen werden. Dabei wird ein Abstecher zum imposanten O'Higgins Gletscher gemacht. Pisco Sour mit „Tausend Jahre altem“ Gletschereis ist inbegriffen.

Die Hiker und Fahrradtouristen die die Carretera nach Süden ziehen, setzen mit dem Schiff über um auf der argentinischen Seite weiter nach El Chalten zu wandern.

Cochrane

Der Rückweg führt über Cochran, ein grösserer langweiliger Ort mit Geschäften und Hotels.

Hier kann noch ein Abstecher in das Tal Chacabuco mit seinen Huemul Herden und Flamingos gemacht werden. Wenn der Mietwagen auch für Argentinien zugelassen ist, ist auch eine Weiterfahrt über die Cordillieren und zwei Pässe in die argentinische Pampa möglich.

Lago General Carrera

Der kürzere Weg nach Norden führt auf der Südseite entlang des Sees General Carrera bis Chile Chico, wo eine Autofähre nach Cerro Castillo fährt. Allerdings ist es wichtig, vorher die Fahrzeiten zu erkunden und den Platz zu reservieren. Die Fähre fährt nur alle paar Tage.